Hilfe für Potsdamer Friedenskirche - Erfolgreiche Spendenkampagnen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Preußischen Schlösserstiftung

Die im Marlygarten unweit des Grünen Gitters an einem kleinen See gelegene Friedenskirche im Park von Sanssouci ist ein Zeugnis für die Italiensehnsucht, von der Friedrich Wilhelm IV. als preußischer Kronprinz und ab 1840 als König befallen war. Die Kuppel rechts wölbt sich über der Grabkapelle Kaiser Friedrichs III. und seiner Familie.

Wo sich der Kronprinz und ab 1840 König Friedrich Wilhelm IV. aufhielt, stets hatte er Papier und Bleistift dabei, um Häuser aller Art zu zeichnen. Hier ein Entwurf für die Potsdamer Friedenskirche, in der er und seine Gemahlin bestattet sind. Angeregt wurden der König sowie die Architekten Ludwig Persius und Friedrich August Stüler für den Bau des Gotteshauses durch das Kupferstichwerk „Denkmale der christlichen Kirchen Roms“.

Im Gottesdienstraum der Friedenskirche hat der „Zahn der Zeit“ manchen Schaden angerichtet. Es musste gehandelt werden.

Das über dem Altar montierte Apsismosaik der Kirche Sankt Cipriano auf der Insel Murano bei Venedig wurde 1834 vom Kronprinzen Friedrich Wilhelm (IV.) angekauft.

In der Gruftkapelle der Friedenskirche ist das Königspaar Friedrich Wilhelm IV. und Elisabeth bestattet.

Im Mausoleum sind der 1888 verstorbene Kaiser Friedrich III. (Foto) und seine Frau Victoria sowie zwei ihrer früh verstorbenen Söhne bestattet. Der hier aufgestellte Sarkophag des preußischen Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. stand ursprünglich in der Potsdamer Garnisonkirche.
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Relikte aus mittelalterlichen Kirchen und die Marmorgruppe des Moses mit betend zum Himmel erhobenen Händen schmücken die Arkaden rund um den Innenhof der Friedenskirche. Das letzte Werk des 1857 verstorbenen Bildhauers Christian Daniel Rauch wurde von Albert Wolff vollendet.
Fotos/Repro: Caspar
Vor zehn Jahren startete die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) und der Bauverein Friedenskirche Potsdam e. V. eine bundesweite Spendenkampagne. Es ging um die Reparatur schadhafter Dächer über den Seitenschiffen der Friedenskirche im Park Sanssouci sowie die Beseitigung von Feuchtigkeitsschäden, Reparatur brüchiger Marmorfußböden sowie um den schadhaften Glockenturm des 1848 eingeweihten Gotteshauses. Das wertvolle Apsismosaik aus dem frühen 13. Jahrhundert, dessen Tragekonstruktion vom Rost zerfressen war, hätte ohne finanzielle Hilfe unwiderruflich Schaden genommen. Auch der freistehende Glockenturm bedurfte dringend restauratorischen Beistand. Da der Campanile in seiner Substanz gefährdet war, rief die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 2020 eine zweite bundesweite Spendenkampagne aus. Insgesamt kamen zwischen 2016 und 2024 mehr als 1,1 Millionen Euro zusammen.
Die im Marlygarten des Parks Sanssouci gleich am Grünen Gitter nach Plänen von des Hofarchitekten Ludwig Persius und nach dessen Tod 1845 von Friedrich August Stüler erbaute Friedenskirche ist mit den Jahren zu einem Pflegefall geworden. Die dreischiffige Säulenbasilika ohne Querhaus besitzt einen 42 Meter hohen Glockenturm, auch Campanile genannt, der ebenfalls dringend saniert werden musste. Mit ihren Nebenbauten ist das Gotteshaus oberitalienischen Klosterbauten nachempfunden. Als Vorlage für die Kirche diente ein idealisierter Kupferstich von San Clemente in Rom. Die Grundsteinlegung erfolgte am 14. April 1845, und die Weihe fand am 24. September 1848 statt. Die Nebengebäude wurden später vollendet.
Die maroden Dächer über den Seitenschiffen, die Gefahr von Substanzverlusten am wertvollen venezianischen Apsismosaik aus dem frühen 13. Jahrhundert, Schäden am Glockenturm und an anderen Stellen bereiteten der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg große Sorgen. Sie wandte sich an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD), die die bundesweite Spendenkampagne ins Leben rief. An ihr beteiligten sich Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur, aber auch viele Unbekannte. Die Wiederherstellungsarbeiten an und in der Friedenskirche begannen im Oktober 2017 mit der Aufstellung des Fassadengerüstes. Im ersten Bauabschnitt wurden die Dacheindeckungen der Seitenschiffe, die Regenrinnen und Fallrohre sowie die vom Schwamm befallenen Dachkonstruktionen erneuert. Saniert wurden ferner schadhaftes Mauerwerk und Putzflächen. Außerdem hat man die Blitzschutzanlage sowie Elektroleitungen erneuert.
Im zweiten Bauabschnitt erfolgte die Restaurierung des aus dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts stammenden und aus der Nähe von Venedig auf dem Wasserweg nach Potsdam transportierten Apsismosaiks. Friedrich Wilhelm (IV.) hatte das 1834 Bildwerk aus einer zum Abriss bestimmten Kirche für 385 Taler ersteigert. Der Transport der Einzelteile verschlang das Fünffache dieses Betrags. Bei der Weihe der Kirche im Revolutionsjahr 1848 erstrahlte das aus tausenden bunten Steinen bestehende Bildwerk wieder im Altarraum. Auf dem kostbaren Mosaik sieht man vor goldglänzendem Hintergrund thronenden Christus, sowie Petrus, Maria, Johannes den Täufer und den Heilige Ciprianus im Bischofsornat an den Seiten. Neben der Figurengruppe haben die Erzengel Raphael und Michael Aufstellung genommen. Bei dem Mosaik wurden die Oberfläche gereinigt, lockere Farbsteine gefestigt sowie das Mörtelbett stabilisiert und partiell ergänzt. Im Außenbereich war viel Arbeit mit der Sanierung des Glockenturms (Campanile) verbunden. Alles in allem waren für die Instandsetzung der Potsdamer Friedenskirche mehr als sechs Millionen Euro veranschlagt, und ein beträchtlicher Teil kam durch Spenden zusammen.
Die an einem kleinen Teich gelegene evangelische Friedenskirche ist ein treffliches Zeugnis für die auch von Friedrich Wilhelm IV. geteilte Italiensehnsucht der damaligen Zeit. Mit dem die Landschaft beherrschenden Glockenturm ist sie im Marly-Garten im Park Sanssouci gleich am Grünen Gitter gut zu finden. Auf Wunsch und unter Beteiligung des künstlerisch begabten Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV. wurde das Gotteshaus nach Plänen des Hofarchitekten Ludwig Persius gebaut. Nach dessen Tod 1845 übernahm der Architekt Friedrich August Stüler die Weiterführung der Arbeiten.
Die Kirche ist eine dreischiffige Säulenbasilika ohne Querhaus mit einem 42 Meter hohen Campanile. Der Komplex der Friedenskirche und ihrer Nebenbauten ist oberitalienischen Klosterbauten nachempfunden. Als Vorlage für die Kirche diente dem König und seinem Architekten ein idealisierter Kupferstich von San Clemente in Rom. Die Grundsteinlegung erfolgte am 14. April 1845, die Weihe fand am 24. September 1848 statt. An den Nebenanlagen wurde noch bis 1854 gebaut.
Während Friedrich Wilhelm IV. (gestorben 1861) und seine aus Bayern stammende Gemahlin Elisabeth (gestorben 1873) in der Königsgruft der Friedenskirche bestattet sind, fand Friedrich II., der Große, erst 1991, von der Hohenzollernburg bei Hechingen nach Potsdam überführt, in der von ihm angelegten Gruft auf der Terrasse von Schloss Sanssouci seine letzte, endgültige Ruhe. Nach seinem Tod am 17. August 1786 hatte der Nachfolger König Friedrich Wilhelm II. seinen Onkel entgegen einer ausdrücklichen testamentarischen Verfügung nicht in dieser Gruft bestatten, sondern den Sarg neben dem des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. in der Gruft der Potsdamer Garnisonskirche aufstellen lassen. Beide im Zweiten Weltkrieg sicherheitshalber ausgelagerte Särge kamen nach einer Zwischenstation in der Marburger Elisabethkirche bis 1991 auf die Burg Hohenzollern, dem Stammsitz der Dynastie. Nachdem der Sarg des Großen Königs im Beisein von Politprominenz und Angehörigen des Hauses Hohenzollern feierlich in die Gruft auf der Terrasse von Sanssouci gesenkt worden war, hat man den Eingang durch eine einfache Sandsteinplatte mit der Inschrift FRIEDRICH DER GROSSE verschlossen. Zu jeder Jahreszeit werden hier Blumen und Kartoffeln als Erinnerung niedergelegt, dass der König die Knollenfrucht in Brandenburg und Preußen populär gemacht hat. Ob der König je von dem Bauern- und Schweinefraß, wie Kritiker zu seiner Zeit sagten, gegessen hat, ist nicht überliefert. Gleich neben der Gruft liegen im Rasen Steinplatten mit Namen von Hunden, die Friedrich der Große hier hatte begraben lassen.
Vor der Neuen Orangerie steht das Marmordenkmal ihres Erbauers, des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. Er ist barhäuptig und in einfacher Uniform ohne Ordensschmuck dargestellt, wie sein großes Vorbild Friedrich II. auf einen Spazierstock gestützt. Der Ort für dieses von Gustav Bläser geschaffene Monument von 1873 ist mit Bedacht gewählt. Denn der „Romantiker auf dem Thron“, dessen Herz mehr an der Kunst und Architektur als an der Politik hing, ließ das riesige Gebäude nicht nur als Aufbewahrung von empfindlichen Orangenbäumen und anderen exotischen Gewächsen im Winter bauen und zeichnete dazu Entwürfe, die an italienische Villen erinnern.
Friedrich Wilhelm IV. ließ das nach Plänen von Friedrich August Stüler erbaute Orangerieschloss als Gästehaus für fürstliche Besucher erbauen, womit er an die Tradition seines Vorgängers auf dem preußischen Thron, Friedrich II., anknüpfte, dem er sich stark verbunden fühlte. Aufmerksamkeit verdient der Raffaelsaal hinter dem Königsdenkmal. Hier ließ Friedrich Wilhelm IV. Kopien von Gemälden des italienischen Renaissancemalers Raffael an die Wände hängen, darunter eine qualitätvolle Fassung der berühmten Sixtinischen Madonna, des wohl berühmtesten Bildes der Dresdner Gemäldegalerie.
10. Januar 2026