Bunte Helme auf alten Wappen -
Erkennungszeichen bei Ritterturnieren leisteten auch auf Münzen
gute Dienste

Bei Turnieren gingen vermummte Reiter aufeinander los. Man konnte sie nur anhand ihrer Wappen und der Verzierungen an ihren Helmen erkennen.

Sieben Wappenhelme schmücken den Taler von 1679 mit dem Bildnis des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm.

Mit sechs Wappenhelmen ist der dreifache Reitertaler des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. aus dem Jahr 1626 geschmückt. Er demonstriert Kraft und Ansehen des Reiches der Wettiner mitten im Dreißigjährigen Krieg, als dieser Landesherr mehrmals die Fronten wechselte.

Die Helmzieren über dem herzoglichen Wappen am Rathaus in Gotha repräsentieren die Landesteile Thüringen, Sachsen-Wittenberg und Meißen.

Der Taler des Deutschen Ordens von 1603 zeigt dessen Oberhaupt Erzherzog Maximilian, flankiert von Wappen mit üppiger Bekrönung. Der Reiter auf der Rückseite trägt einen Helm mit Pfauenfedern.

Wie aus der Zeit gefallen wirkt das mit drei Helmen geschmückte Wappen unter einem Hermelinmantel auf einem Doppeltaler von 1846 aus dem Herzogtum Sachsen-Meiningen.
Fotos/Repros: Caspar
Zahlreiche mittelalterliche und neuzeitliche Münzen, aber auch seit der Renaissance geprägte Medaillen zeigen Wappen, die mit merkwürdig anmutenden Helmzieren geschmückt sind. Die aus menschlichen Figuren sowie Tieren, Vögeln, aber auch aus Pflanzen und anderen Motiven bestehenden, fantasievoll gestalteten Schmuck- und Erkennungszeichen aus Metall, Holz oder Pappe sind aus dem 13. Jahrhundert überliefert. Mit ihnen schmückten sich in Eisenrüstungen steckende Ritter, wenn sie sich in das Schlachtengetümmel stürzten oder sich bei Turnieren von ihren Gegnern unterscheiden wollten. Zur Orientierung standen farbig illustrierte Wappenbücher oder Wappenrollen zur Verfügung, in denen präzise dargestellt ist, wer sich mit welchem Zeichen schmückt und welche Farben ihm zuzuordnen sind.
Besitz und Erbansprüche
Man hat die Herrschaftssymbole auf Fahnen, Schutzschilder und Wappen sowie auf Rüstungen und Pferdedecken übertragen, aber auch Portale von Burgen, Schlössern und andere Bauten mit ihnen geschmückt. Bei sächsischen, brandenburgischen und vielen anderen Münzen symbolisieren die Helmzieren nicht nur de facto im Besitz der Wettiner, Hohenzollern und weiterer Fürsten befindliche Länder, sondern auch solche, auf die sie wegen familiärer Bande und Erbschaften Anspruch erhoben. Beispiele dafür sind die Helme und Wappen der im Rheinland befindlichen und damit weit weg von Sachsen gelegenen Herzogtümer Cleve und Berg. In Urkunden und Erlassen hat man mit langen Titulaturen solche Ansprüche unterstrichen. Münzen und Medaillen mussten mit Abkürzungen auskommen.
Auf einem dreifachen Taler des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. aus dem Jahr 1626 ist der Herrscher hoch zu Ross in voller Rüstung mit dem Kurschwert über der Schulter dargestellt. Auf der Rückseite sieht man sein aus 15 Feldern bestehendes Wappen mit den gekreuzten Kurschwertern in der Mitte. Bekrönt ist es von links nach rechts vom Stierkopf für Cleve, der Helm mit dem doppelten Horn symbolisiert Thüringen, der dritte Helm bedeutet Sachsen-Wittenberg, der vierte mit dem Kopf geht nach Meißen, der Adlerhelm weist nach Jülich und der sechste Helm mit den Straußenfedern ist das Zeichen des Landesteils Berg. Manche Münzen verdanken ihren Namen den darauf dargestellten heraldischen Zeichen. Weil auf Groschen des 15. Jahrhunderts als Wappenhelm ein bärtiger Kopf abgebildet ist, wird er Judenkopf- oder Bartgroschen genannt, obwohl er mit Juden nichts zu tun hat. Die mit der sächsischen Raute geschmückten Horngroschen aus der gleichen Zeit verdanken ihren Namen einer den Hörnern von Kühen oder Stieren nachempfundenen Helmzier.
Die Zahlen solcher Wappenhelme schwanken zwischen einem und zwei Helmen auf Groschen und acht Helmen auf prächtigen Talern. Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts kamen die Helmkleinodien aus der Mode. Wappendarstellungen beschränkten sich auf das wesentliche Symbole für ein bestimmtes Land. So stehen die Lilien für Frankreich, Adler für Österreich, Preußen, Russland und die Vereinigten Staaten von Amerika und die Raute auf gelb-schwarz gestreiftem Grund für Sachsen.
Manche Münzen verdanken ihren Namen den darauf dargestellten heraldischen Zeichen. Nur weil auf Groschen des 15. Jahrhunderts als Wappenhelm mit bärtigem Kopf abgebildet ist, wird er Judenkopfgroschen genannt, obwohl er mit Juden nichts zu tun hat. Die mit der sächsischen Raute geschmückten Horngroschen aus der gleichen Zeit verdanken ihren Namen einer den Hörnern von Kühen oder Stieren nachempfundenen Helmzier.
Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts kamen die auf Münzen und Medaillen dargestellten Helmkleinodien aus der Mode. Wappendarstellungen beschränkten sich jetzt auf das wesentliche Hinweise auf ein bestimmtes Land. So stehen die Lilien für Frankreich, Adler für Österreich, Preußen, Russland und die Vereinigten Staaten von Amerika und die Raute für Sachsen. Gelegentlich haben deutsche Fürsten noch im 19. Jahrhundert ihre Wappen mit Helmkleinodien geschmückt. Beispiele für den aus der Zeit gefallenen Brauch finden sich bei Talern der Fürstentümer Reuß Jüngere Linie, Sachsen-Meiningen und Schaumburg-Lippe. Wer sucht, wird weitere Belege finden.
15. Januar 2026