Helmut Caspar
Einigkeit und Recht und Freiheit
Über die Münzprägung der Weimarer Republik
Im Money trend Verlag Wien erschien unlängst das Buch von Helmut Caspar „Einigkeit und Recht und Freiheit - Ein Streifzug durch die Münzgeschichte der Weimarer Republik" (140 Seiten, zahlr. z. T. farbige Abbildungen, 19,50 Euro, ISBN 3-9502268-0-X). Es wendet sich sowohl an Sammler als auch an den großen Kreis geschichtlich interessierter Leser und basiert zum Teil auf der Auswertung von Akten im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde. Dargelegt werden zum Teil ganz überraschende Erkenntnisse über das Zustandekommen vor allem der seinerzeit recht umstrittenen Gedenkmünzen, aber auch über die Arbeit des Kunsthistorikers und Reichskunstwartes Edwin Redslob (1884-1973), der wesentlich das "Gesicht" der deutschen Kurs- und Gedenkprägungen zwischen 1920 und Anfang 1933 bestimmt hat und nach dem Zweiten Weltkrieg Mitbegründer der Freien Universität Berlin, des Berlin Museums und des „Tagesspiegel“ war. Das Buch schildert darüber hinaus das zeitgenössische Echo auf die damalige Münzprägung, das zum Teil recht negativ ausfiel. Den Verfasser würde es nach eigenem Bekunden freuen, wenn Sammler beim Lesen ein „Aha-Erlebnis“ haben und ihre Stücke mit anderen Augen betrachten.
Es handelt sich bei dem Buch keineswegs um eine Neubearbeitung der bekannten Kataloge mit ihren Nummern, technischen und historischen Daten und Preisangaben, sondern um eine mit vielen historischen und numismatischen Hintergrundinformationen versehene Studie über ein hochinteressantes, allerdings wenig bekanntes Kapitel deutscher Geld- und Kulturgeschichte, dessen Untersuchung erst am Anfang steht.
In dem Buch werden sowohl die realisierten Münzprojekte der Reihe nach vorgestellt als auch Proben und Projekte besprochen und abgebildet. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich von den Mühen um die deutsche Münzeinheit im 19. Jahrhundert bis zur NS-Zeit und zum Zweiten Weltkrieg, wobei die Weimarer Republik Ausgangs- und Schwerpunkt ist. Der Anhang enthält eine Zeittafel, Kurzbiographien von Künstlern und Stempelschneidern, die an den Münzen von 1919 bis 1933 mitgewirkt haben, sowie ein Literaturverzeichnis. Hingewiesen sei auch darauf, dass im August 2006 im Verlag Berlin Story Berlin das Buch von Helmut Caspar „Vom Taler zum Euro – Die Berliner, ihr Geld und ihre Münze“ (237 S., zahlr. Abb., 14,95 Euro, ISBN 3-929829-30-4) erschienen ist.